Achtsamkeit Silvester/Neujahr Winter

Rauhnächte – Zwölf kostbare Chancen, unsere Zukunft in die Hand zu nehmen

Raunächte und Rituale mit Ideen und Anleitung

Die Zeit zwischen Weihnachten und dem Dreikönigstag am 6. Jänner ist traditionell zum überwiegenden Teil unseren Familien gewidmet. Wir haben Urlaub oder arbeiten zumindest weniger und verbringen viel Quality Time mit unseren Liebsten. In diesen zwölf Tagen – oder besser gesagt: Nächten – steckt allerdings auch ein unglaubliches Potenzial für uns selbst.

Nicht zuletzt deshalb haben schon unsere Vorfahren den sogenannten „Rauhnächten“ eine magische Bedeutung beigemessen und sie als die „Heiligen Nächte“ bezeichnet. Ihre besondere Energie unterstützt uns dabei, das alte Jahr liebevoll zu verabschieden und das neue kraftvoll willkommen zu heißen. Wenn wir uns selbst wichtig genug nehmen, dürfen wir in dieser Zeit innehalten, reflektieren, Einsichten gewinnen, achtsam loslassen und manifestieren, was wir uns für unser Leben von Herzen wünschen.

Hinschauen und Verantwortung übernehmen

Wirklich ehrlich zu uns selbst zu sein, kann sich im ersten Schritt richtig bedrohlich anfühlen. Hier ist es besonders wichtig, dass wir ganz viel Mitgefühl für uns selbst aufbringen. Ja, vielleicht entdecken wir auf der Reise durch die Rauhnächte Dinge in unserem Leben, mit denen wir unzufrieden sind, die uns traurig, wütend oder ängstlich machen. Das darf alles sein – wir dürfen alles sein. Denn nur dann, wenn wir uns dieser Dinge bewusst werden, haben wir auch die Möglichkeit, sie zu ändern. Solange sie unbewusst in uns schlummern, belasten sie uns (oft unbemerkt) und wir leben weiter mit ihnen. Hier steckt ein großes Potenzial. Wir können niemandem die Schuld zuschieben, wenn es in unserem Leben nicht rund läuft. Das klingt hart, ist aber so. Wirklich Verantwortung für unser Leben zu übernehmen, bedeutet, nicht länger irgendwelche Umstände, die Vergangenheit, unsere Eltern oder unseren Partner für unsere eigene Unzufriedenheit verantwortlich zu machen. Verantwortung zu übernehmen heißt auch, unsere Wünsche und Träume ernst zu übernehmen und uns von den Erwartungen anderer Menschen zu lösen. Sehr oft trauen wir uns nicht, unsere Bedürfnisse klar zu kommunizieren, und wir haben dadurch das Gefühl, „zu kurz“ zu kommen. Es liegt in unserer Hand, das zu ändern. Die Zeit der Rauhnächte ist optimal, um dafür Bewusstsein zu schaffen, da wir in ihr meistens nicht so geschäftig und aktiv sind wie sonst.

Vorbereitung auf die Rauhnächte

Wenn wir die Tage vom 25. Dezember bis zum 6. Jänner zur Selbsterkenntnis und -fürsorge verwenden möchten, ist ein wenig Vorbereitung unerlässlich – gerade, wenn wir auch Mama sind. Zwischen den Treffen mit Familien und Freunden, dem Winterurlaub mit Schikurs & Co kann es leicht passieren, dass die Zeit für uns selbst schnell wieder zu kurz kommt. Deshalb ist es zuallererst ganz essenziell, nicht zu hohe Erwartungen zu haben. Um die Rauhnächte achtsam zu verbringen, braucht es keine zeitaufwendigen Rituale und keinen festgeschriebenen Plan, der „abgearbeitet“ werden muss. Was zählt, ist eine Vereinbarung mit uns selbst, in diesen elf Tagen ganz bewusst #metime einzuplanen. Das funktioniert allerdings am besten, wenn wir diese Zeit auch fix in unseren Kalender eintragen und auch mit unserem Partner besprechen, was wir vorhaben. Bis zur ersten Rauhnacht am 25. Dezember können wir uns schon auf unsere Reflexionszeit einstimmen, indem wir uns von Altlasten befreien: fällige Rechnungen einzahlen, Sachen zurückgeben, die wir ausgeliehen haben, alles an seinen Platz räumen (hier ist keine Großputz-Aktion gemeint) und last but not least das Wünsche-Ritual vorbereiten.

Ritual: 13 Wünsche in den Rauhnächten

Wunderschön und gleichzeitig kraftvoll: Vor dem 25. Dezember schreiben wir dreizehn Herzenswünsche oder Intentionen für das neue Jahr auf kleine Zettel und geben diese in ein schönes Gefäß. In jeder Rauhnacht wird ein Zettel gezogen, diesen sehen wir uns aber nicht mehr an, sondern halten ihn kurz in der Hand. Dann lassen wir ihn los und übergeben diesen Wunsch vertrauensvoll dem Universum, indem wir ihn verbrennen. Nach der zwölften Rauhnacht am 5. Jänner halten wir dann den Wunsch in Händen, für dessen Verwirklichung wir selbst im nächsten Jahr verantwortlich sind.

An den Rauhnächten selbst können wir entweder nur kurz innehalten und das Wünsche-Ritual durchführen oder jeden Tag zusätzlich (hier in Anlehnung an das Buch „Von Sonnwend bis Rauhnacht“ von Valentin Kirschgruber) einem unterschiedlichen Thema widmen:

Erste Rauhnacht: 25. Dezember – Altes loslassen

Wir erinnern uns gedanklich an die schönen und traurigen Ereignisse des letzten Jahres und lassen sie dann los. So schaffen wir Platz für neue.

Zweite Rauhnacht: 26. Dezember ­– Still werden

Wir setzen uns bewusst hin und beruhigen unseren Geist, indem wir still beobachten, welche Gedanken auftauchen.

Dritte Rauhnacht: 27. Dezember ­– Sich öffnen

An diesem Tag versuchen wir, etwas neugieriger und achtsamer zu sein. Was fällt uns in der Natur oder im Umgang mit anderen Menschen auf, wenn wir genau beobachten?

Vierte Rauhnacht: 28. Dezember – Vertrauen

Wir sehen uns Ereignisse aus der Vergangenheit an, die uns ins Zweifeln gebracht, aber aus heutiger Sicht unser Vertrauen gestärkt haben.

Fünfte Rauhnacht: 29. Dezember – Dem Körper danken

Wir konnten uns im letzten Jahr auf unseren Körper verlassen. Heute essen wir deshalb besonders achtsam und beobachten ihn bei einem Spaziergang.

Sechste Rauhnacht: 30. Dezember – Gefühle umarmen

Vielleicht sind in den letzten Tagen und Rauhnächten starke Gefühle hochgekommen. Heute akzeptieren wir alles, was da ist – alles darf sein.

Siebente Rauhnacht: 31. Dezember – Herzensziele entdecken

Heute identifizieren wir unsere Ziele für das nächste Jahr. Welche sind es? Bis wann wollen wir sie verwirklichen? Wie wird es sich anfühlen, wenn wir sie erreicht haben?

Achte Rauhnacht: 1. Jänner – Entscheidung treffen

Damit unsere Ziele und Herzenswünsche wahr werden, braucht es vor allem eine Entscheidung FÜR sie. Heute sagen wir „Ja“ zu den Vorhaben, für die wir brennen.

Neunte Rauhnacht: 2. Jänner – Verzeihen, versöhnen

Welche Menschen und Begebenheiten haben uns verletzt? Verzeihen wir. Vergebung ist äußerst kraftvoll, denn mit ihr machen wir uns selbst das größte Geschenk.

Zehnte Rauhnacht: 3. Jänner – Achtsam werden

Heute setzen wir uns 15 Minuten ruhig hin und beobachten uns selbst. Dabei müssen wir zwar bewusst und wach sein, dürfen aber nicht bewerten, was wir empfinden.

Elfte Rauhnacht: 4. Jänner – Dankbar sein

Vor dem Schlafengehen machen wir eine kleine Übung und zählen alle Dinge auf, für die wir an diesem Tag dankbar sein dürfen.

Zwölfte Rauhnacht: 5. Jänner – Willkommen heißen

Die Zeit der Rauhnächte geht heute zu Ende. Bewusst öffnen wir Fenster und Türen und lassen so die Vergangenheit raus und frischen Wind herein. So begrüßen wir gestärkt und gut vorbereitet das neue Jahr.

„Es interessiert mich nicht, wovon Du Deinen Lebensunterhalt bestreitest.
Ich möchte wissen, wonach Du Dich sehnst und ob Du es wagst,
davon zu träumen, Deine Herzenswünsche zu erfüllen.

Es interessiert mich nicht, wie alt Du bist.
Ich möchte wissen, ob Du es riskieren wirst,
verrückt vor Liebe zu sein, vernarrt in Deine Träume,
in das Abenteuer, lebendig zu sein.“

(Aus: „Die Einladung“ von Oriah Mountain Dreamer)

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Zusatzinfo Rauhnächte

Ursprünglich entstammen die Rauhnächte der germanischen und keltischen Tradition. Der Kreislauf des Mondes vom Neumond über den Vollmond bis zum nächsten Neumond dauert 29,5 Tage. Dieses Mondjahr ist mit 354 Tagen gegenüber dem Sonnenjahr mit 365 Tagen um elf Tage kürzer. Diese elf Tage und zwölf Nächte, die die Lücke vom Mondjahr zum Sonnenjahr bilden, wurden früher als „die Zeit außerhalb der Zeit“ oder „die Zeit zwischen den Jahren“ bezeichnet. Weder den Gesetzen der Sonne noch jenen des Mondes unterworfen, wurden diese Tage und Nächte von unseren Vorfahren als „geschenkte Zeit“ angesehen. Eine spezielle Zwischenzeit mit besonderer Energie.

Fotos: Caterina Hoffmann Photography

 

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