Karin Graf-Kaplaner
Karin Graf-Kaplaner
Karin hat Jubeltage gegründet und die App entwickelt, um es dir leicht zu machen, Tag für Tag etwas für deine mentale Gesundheit zu tun. Denn auch wenn wir das immer wieder vergessen: Sie bestimmt unsere Lebensqualität. 2012 hat ein Burnout ihre gesamte Welt auf den Kopf gestellt und Karins Perspektive auf das Leben für immer verändert. Als Slow Business Mentorin & psychosoziale Beraterin begleitet sie dich raus aus ständiger Erschöpfung & Überforderung, hin zu mehr Kraft, innerer Stärke und gesunden Grenzen. Die 366 Impulskarten und Sprachnachrichten in Jubeltage App sind von ihr geschrieben & gesprochen. Von Mensch zu Mensch - ganz ohne KI.
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Das Thema Erwartungen und wie wir uns Stück für Stück davon befreien können, beschäftigt mich schon sehr lange. Wir hören sehr viel darüber und es begegnet uns an unterschiedlichsten Stellen auf Social Media oder sonst wo. Spätestens mit dem Buch Untamed – Ungezähmt von Bestseller-Autorin Glennon Doyle wurde das Thema salonfähig. Gerade, wenn du dich in herausfordernden Zeiten befindest und dich daher voll auf dich und deine Bedürfnisse fokussieren musst, ist es enorm hilfreich, die Erwartungen anderer immer mehr loszulassen.

Auf einen Blick

  • Erwartungen begleiten uns oft unbewusst seit der Kindheit.
  • Harmoniebedürfnis hält uns häufig davon ab, unseren Weg zu gehen.
  • Jedes „Ja“ gegen unser Innerstes ist ein kleiner Selbstverrat.
  • Frei werden bedeutet: Grenzen setzen, kleine Schritte gehen, Konflikte aushalten.
  • Die Jubeltage App unterstützt dich mit täglichen Impulsen auf diesem Weg.

Erwartungen – wo sie beginnen und warum sie uns prägen

Ich finde diese Entwicklung äußerst positiv, denn Tabus oder „Das macht man so nicht“ gibt es für mich nicht – vorausgesetzt, wir gehen liebevoll und wertschätzend mit anderen Menschen um. Es ist meine Überzeugung, dass jede von uns (und natürlich auch die Männer) so leben darf, wie sie oder er es möchte. Dafür ist es wichtig zu wissen, was wir wollen, was uns glücklich macht, was Leichtigkeit in unser Leben bringt und was wir loslassen möchten, weil es uns nicht mehr dient. Die Erwartungen aller anderen zu erfüllen und uns selbst nicht wichtig genug zu nehmen, gehört auf jeden Fall dazu. Wir sind die Gestalterinnen unseres Lebens. Das vergessen wir im hektischen Alltag nur allzu oft.

Was aber hält uns davon ab, das Leben zu erschaffen, von dem wir träumen? Was hält uns wirklich davon ab, unsere Hände weit auszustrecken und das Leben zu umarmen?

Was hält uns davon ab, gut für unseren Körper und unsere Seele zu sorgen und unsere Bedürfnisse in den Mittelpunkt zu rücken. Meine Überzeugung: Das, was uns wirklich abhält, sind Erwartungen.

Erwartungen aus der Kindheit

In unserer Kindheit wurde uns beigebracht, die Regeln der Erwachsenen zu befolgen. Wir sollten „brav“ sein, „folgen“ und möglichst nicht zu sehr aus der Reihe tanzen, nicht aus der Masse herausstechen, denn das wäre „gefährlich“. Frauen, die genau das nicht machten, wurden als „aufmüpfig“ und „schwierig“ bezeichnet.

Andererseits sollten wir aber unbedingt unser Bestes geben, „etwas leisten“ (am besten mehr als die anderen), denn darüber würde sich unser Wert definieren. In diesem Zwiespalt, in diesem Spagat zwischen Anpassung und Leistungsdruck sind wir groß geworden. Als Kinder hatten wir einen Wunsch: unsere Eltern und unser Umfeld glücklich zu machen und ihre Erwartungen möglichst zu erfüllen. Kinder wollen geliebt werden, sich sicher fühlen und dafür passen sie sich an – vor allem, wenn die Anerkennung und Liebe, die sie erfahren, mit dieser Angepasstheit im Zusammenhang stehen. Das ist ein notwendiges (Überlebens-)verhalten.

Harmonie um jeden Preis?

Wir sind aber keine Kinder mehr! Wir sind erwachsene Frauen in der Blüte unserer Jahre. Deshalb ist es höchste Zeit, uns genauer anzusehen, welche Erwartungen wir heute noch erfüllen, weil wir sie in unserer Kindheit übernommen haben. Sie zeigen sich ganz oft in den Bereichen unseres Lebens, in denen wir uns nicht wohlfühlen, in denen es nicht fließt und wir das Gefühl haben, festzustecken.

Wir möchten den Erwartungen entsprechen, damit es keine Konflikte gibt. Doch die Wahrheit ist: unseren eigenen Weg sichtbar zu gehen, wird ohne Widerstand von außen nicht möglich sein. Wenn wir authentisch leben, werden wir immer wieder an Wegkreuzungen stehen, an denen wir uns entscheiden müssen: bleiben wir uns selbst treu oder enttäuschen wir andere in ihren Erwartungen?

👉 Übrigens: In der Jubeltage App findest du tägliche Impulse, die dich darin stärken, bei solchen Entscheidungen deine eigene Stimme klarer zu hören. Kleine Erinnerungen, die dir helfen, dich selbst nicht mehr hintanzustellen und dir bewusst zu machen: DU BIST WICHTIG.

Wir zahlen einen hohen Preis für den Wunsch, keine Konflikte zu haben

Wir wünschen uns, dass die Menschen Verständnis haben, wenn wir uns stärker um uns selbst kümmern, Grenzen setzen oder öfter „Nein“ sagen. Doch das passiert selten. Sie sind nicht begeistert, wenn wir uns verändern. Und wir zahlen einen hohen Preis, wenn wir der Harmonie zuliebe weiter Erwartungen erfüllen:

Denn jedes Mal, wenn wir etwas tun, obwohl wir innerlich wissen, dass es nicht richtig für uns ist, verraten wir uns ein kleines bisschen selbst. Unser Körper und unsere Seele zeigen uns diesen Selbstverrat mit Signalen – sei es durch Enge im Magen, durch Kribbeln oder durch Gefühle wie Wut, Enttäuschung und Selbstkritik.

Die wichtige Frage lautet: Bin ich bereit, andere zu enttäuschen, um mir selbst treu zu bleiben?

Der Weg zu mehr Freiheit für dich selbst

Die Lösung heißt – und ich sage das bewusst mit einer Redewendung aus unserer Kindheit: „Übung macht den Meister“. Indem wir in kleinen Schritten lernen, „Nein“ zu sagen, wenn wir „Nein“ meinen. Indem wir lernen, den Widerstand unserer Mitmenschen auszuhalten.

Ja, andere werden vielleicht sagen: „Du hast dich so verändert.“ – und die Antwort darf lauten: „Ja, glücklicherweise. Denn es geht mir so gut damit.“

Widerstände sind kein Grund aufzugeben. Sie sind Wachstumsschmerzen – Zeichen dafür, dass wir beginnen, unser Leben mehr nach unseren eigenen Vorstellungen zu gestalten. Die letzten Jahre haben uns gezeigt: Die Welt kann sich von einem Tag auf den anderen verändern. Nicht alles liegt in unserer Hand. Aber eines können wir immer entscheiden: wie wir reagieren. Erwartungen loszulassen heißt, mehr das zu tun, was wir selbst wollen – und weniger das, was andere von uns erwarten. Die Jubeltage App begleitet dich auf diesem Weg: mit täglichen Impulsen, die dich daran erinnern, dass du es wert bist, deine Wünsche ernst zu nehmen, Grenzen zu setzen und Schritt für Schritt mehr dein Leben zu leben.

FAQ

Wie mache ich mehr das, was ich will – und nicht das, was andere erwarten?

Indem wir uns bewusstmachen, wo wir Erwartungen erfüllen, die uns nicht guttun. Dann können wir in kleinen Schritten beginnen, klarer „Nein“ zu sagen und uns selbst treu zu bleiben.

Warum fällt es so schwer, Erwartungen loszulassen?

Weil wir dieses Verhalten schon als Kinder gelernt haben: Anpassung brachte Sicherheit und Liebe. Dieses Muster wirkt bis heute nach.

Was passiert, wenn ich Erwartungen immer erfülle?

Wir verraten uns selbst – und unser Körper sowie unsere Emotionen machen das deutlich: durch Stress, Wut oder innere Leere.

Wie kann mich die Jubeltage App dabei unterstützen?

Die App schenkt dir tägliche Impulse, die dich erinnern, deine eigenen Bedürfnisse ernst zu nehmen. So lernst du, im Alltag Schritt für Schritt Erwartungen loszulassen und dir selbst treu zu bleiben.

Zähneputzen für die Seele

Die Jubeltage App erinnert dich Tag für Tag daran: Du bist wichtig.

Du bekommst täglich eine Impulskarte und eine Sprachnachricht, die dich stärkt. So machst du ganz nebenbei etwas für deine Mentale Gesundheit. Das Beste: Du kannst sie 14 Tage lang kostenlos testen – ohne automatische Verlängerung!

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