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Natur & Kraut Räuchern

Warum Räuchern deine Seele zu berühren vermag

Draußen wird es schon früh dunkel, die Tage werden kürzer und kälter. In dieser Zeit sehnen wir uns nach Wärme, Geborgenheit und nach Sonne. Sich einzuhüllen in schöne Gedanken, zurückzuziehen, aber auch die nötige Kraft tanken, danach sehnt sich meine Seele und mein Körper. Dabei unterstützen mich meine Räucherrituale. Denn das Räuchern gehört für mich zum Winter einfach dazu. Räuchern bedeutet, sich zu erinnern. Sich fallen zu lassen, sich zu spüren. Es ist einfach magisch und tut meiner Seele gut.

Die Geschichte vom Räuchern

Räuchern hat eine sehr lange Tradition und geht zurück bis zur Entdeckung des Feuers. Schon bald haben die Menschen erkannt, dass Kräuter, die man ins Feuer wirft, um das man sich versammelt hat, Wirkungen haben. Es war anfangs auch eine Gabe, Dank oder Bitte an die Götter. Damit hat man seine Wünsche und Nachrichten direkt in den Himmel geschickt.

„Düfte sind die Gefühle der Blumen“

(Heinrich Heine)

Einige Zeit lang war das Räuchern allerdings nur der Kirche vorbehalten. Hier wurde vor allem Weihrauch verräuchert, um den Geist zu weiten und besser in Verbindung mit Gott und dem Gebet zu geraten. Kein Wunder also, dass viele von uns noch heute bei Weihrauch an die Sonntagsmesse denken.

Der Klassiker: Weihrauch!

Viele verbinden mit dem Räuchern – klassisch, den Weihrauch. Einige lieben ihn, andere verschmähen ihn. Doch erstens ist Weihrauch nicht gleich Weihrauch. Hier gibt es verschiedenste Qualitätstufen, und auch Preisklassen. Der Weihrauch hat die Gabe, dass er andere Räucherwerke verstärkt, das heißt Weihrauch riecht nicht immer gleich nach Weihrauch – außer er wird alleine verräuchert.

Ich bevorzuge ja eher heimisches Räuchergut, das bedeutet regionale Kräuter, regionale Harze… wie Fichte, zum Beispiel. Aber psssst: Ich mag auch Styrax oder weihnachtliche Gewürze wie Zimt, Sternanis und Kardamom.

Heimische Kräuter erwecken heimische Geister

Auch auf Höfen wurde der Brauch nicht vergessen, man hatte allerdings nicht den Zugang zum teuren importierten Weihrauch, so hat man sein Haus und Hof gerne mit heimischen Kräutern gereinigt, gesegnet oder geschützt. Vor allem Wacholder, heimische Harze und Salbei waren sehr beliebt.

Wacholder wurde auch gerne in Hospitalen zum Reinigen und Desinfizieren verwendet, er gilt als keimtötend und stark desinfizierend. Außerdem riecht er ganz sanft und gibt Mut. Und von Mut, können wir in dieser Zeit eine Extraportion vertragen, oder?

Salbei steht für ein langes Leben. Salbei ist bekannt für Reinigungsräucherungen. Er eignet sich hervorragend, Räume, Luft oder auch die Aura energetisch zu reinigen. Auf unseren Kopf kann er klärend und auf den Geist stärkend wirken. Sehr beliebt ist der weiße Salbei, welcher bei uns nicht heimisch ist. Aber – frei nach dem Motto „heimische Kräuter wecken heimische Geister“ könnt ihr natürlich auch den „echten“ Salbei (Salvia officinalis) verwenden.

Warum wir heute räuchern?

Räuchern bedeutet, sich zu erinnern. Der Duft der Pflanzen hat eine positive Wirkung auf unseren gesamten Körper. Wir atmen ihn ein, dadurch kommt er über unsere Lunge direkt ins Blut. Unser Geruchsinn beeinflusst unsere Gedanken, Gefühle und auch das Unterbewusstsein. Der Duft streichelt unsere Seele und setzt Impulse. Ob beruhigend, harmonisierend, belebend oder sinnlich anregend.

Zu welchem Anlass räuchert man eigentlich?

Es gibt so viele verschiedene Anlässe, um zu räuchern: klassische Ritual-Räucherungen, das Räuchern nach dem Jahreskreis oder die bei uns bekannten und wieder an Beliebtheit gewinnenden Rauhnächte um Weihnachten. Man kann aber auch zur Reinigung nach Krankheit oder Streit, zum Schutz eines neuen Heims räuchern. Oder, so wie ich es gerne mache, man räuchert einfach, weil es sich gerade gut anfühlt. Finde deinen Grund, fühl in dich hinein.

Wichtig ist immer, dass man sich im Vorhinein überlegt, warum möchte ich räuchern. Welche Lebensgeister will ich ansprechen? Möchte ich eine Reinigung nach einem Streit? Möchte ich zur Ruhe kommen? Suche ich Schutz oder eine Umarmung? Wenn ich weiß warum, dann kann ich mir die passenden Kräuter aussuchen. Und die meisten dazu findest du sogar in deinen Küchenschränken oder vor deiner Haustüre.

Was kann man räuchern?

Alles. Ja, alles. Kräuter, Wurzeln, Rinden, Harze. Sogar Salz (das neutralisiert). Es wird nicht alles gut riechen. Es sei gesagt, dass das Rauchgut „roh“ anders riecht als verräuchert, das heißt, wenn du mutig bist und bereit, dich fallen zu lassen, wirst du Verschiedenes ausprobieren und du wirst auf deiner Räucher-Reise auch ein paar Enttäuschungen erleben. Oder einfach Erfahrungen sammeln. Am Ende des Tages ist es deine Entscheidung, wie du mit deiner Erfahrung umgehst.

Wie räuchert man?

Oft erreichen mich die Fragen, wie man denn räuchert, was man verräuchert oder wie das „geht“? Das sind gute Fragen, die ich mir selbst nie gestellt habe, um ehrlich zu sein. Das Räuchern hat auf mich schon lange eine magische Faszination und Anziehung. Irgendwie ging das intuitiv und kommt direkt aus meinem Herzen.

Sehr intensiv damit beschäftigt habe ich mich dann durch meine Ausbildung zur TEH Kräuter-Praktikerin, und auch jetzt beim FNL – Lehrgang zur Kräuterexpertin war der Seminarblock rund ums Räuchern meine Herzensangelegenheit. Es gibt so viele Möglichkeiten zu räuchern. Du kannst mit Kohle und Pfanne, Räucherbündel oder ganz sanft mit Stövchen arbeiten. Wichtig ist, dass du dir Zeit für dein Ritual nimmst, das Räucherwerk nicht aus den Augen lässt und danach immer gut durchlüftest. Als Faustregel gilt: Weniger ist mehr.

Deine Rauhnächte & Räucherwunderzeit

Wenn du mehr zu dieser wunderbaren Tradition und den Rauhnächten lernen und sie mit mir gemeinsam erleben möchtest, dann lade ich dich ein, zu einer ganz besonderen Reise in die Welt der Rauhnächte.

Gemeinsam mit Karin biete ich dieses Jahr eine einzigartige Möglichkeit, die Zeit zwischen den Jahren bewusst und magisch zu gestalten – mit dem Online-Angebot: Meine Rauhnächte.

Alle Informationen findest du unter https://meine-rauhnaechte.online/.

Ich räuchere nicht nur gerne, ich mische auch gerne Räuchermischungen. Zuerst nur für mich. Doch immer wieder kamen so viele Fragen, was man räuchern kann. Sodass ich angefangen habe, meine Kräutervorräte auch für euch zu mischen und zum Verkauf anzubieten. Ich habe viele Mischungen kreiert, so auch für unseren Rauhnächte Onlinekurs, wo es von mir für dich jeden Tag EXKLUSIV eine passende Rezeptur zum Tagesthema gibt. Diese sind auch ganz einfach nachzumischen. Damit du sicher gehen kannst, dass du alle passenden Zutaten zuhause hast, gibt es beim Kauf vom Onlinekurs selbstverständlich eine Shoppingliste.

Bei unserem Onlinekurs möchten wir dir zeigen, wie einfach auch du in die Räucherwelt eintauchen kannst, und somit werden vor allem bekannte heimische Kräuter verwendet, die du vielleicht sogar in deinem Küchenschrank hast. Für die Fortgeschrittenen gibt es täglich eine „Wilde Erweiterung“

Verräuchere deinen Adventskranz

In der Weihnachtszeit, zu den Rauhnächten, verräuchern wir gerne Kräuter und Gewürze, die uns wärmen, umarmen, unser Herz berühren. In unserem Onlinekurs „Meine Raunächte“ zeige ich euch, wie einfach man dies mit Kräutern und Gewürzen aus dem Küchenkastl tun kann. Eine weitere Idee ist es allerdings auch, deinen Adventskranz zu „verräuchern“, natürlich erst nach dem 4. Advent.

Wichtig: Zu verwenden sind hier allerdings nur Kränze auf Bio-Basis. Da du keine Spritzmittel und Pestizide in deinem Haus verräuchern möchtest. Vielleicht kannst du beim Kauf oder Dekorieren bereits darauf achten?

So wird aus deinem Bio-Adventskranz eine wohltuende Winterräucherung

Nadeln von heimischen Bäumen eignen sich ganz hervorragend dafür! Ob Tanne, Fichte, Kiefer oder Latsche (Hauptsache ungiftig), sie wirken reinigend, schützend, sie schenken uns Sicherheit und geben uns Geborgenheit, lassen uns mit einem guten Gefühl nach vorne blicken. Sie stehen für Frieden und Stille. Dazu kannst du die Nadeln vor dem Verräuchern kleinschneiden oder mörsern. Getrocknete Orangenschalen, Zimt, Nelken und Sternanis eignen sich gut zur Kombination und sind perfekt für eine umarmende Winterräucherung. Sternanis schenkt uns Vertrauen, Zimt öffnet das Herz, Nelke unterstützt das Gefühl der Geborgenheit und Orangen wirken harmonisierend.
Achtung, bitte verwende nur Pflanzen und Gewürze, die du kennst und stelle sicher, dass keine giftigen Kräuter in deine Räuchermischungen gelangen, wie zum Beispiel Thuje, Efeu oder Eibe!

Räuchern berührt die Seele und schenkt uns ganz besonders magische Momente. Bei Wildblüten-Mentorin & Kräuterexpertin Anja Fischer gibt es mit Liebe und von Hand zusammengestellte Räuchereien im Sackerl zu verschiedenen Lebensthemen. Zu ihrem kleinen Online Laden geht es hier entlang: https://gaensebluemchensonnenschein.com/raeucherwunderzeit/

Alle Fotos: Barbara Pacejka

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