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Ostern auf kärntnerisch & warum ich es liebe

Traditionelle Kärntner Osterjause

So, jetzt ist es endlich soweit. Heute am Karfreitag sind wir im Osterurlaub angekommen. Die Mädels waren ja schon die letzte Woche bei Omas und Opas in Kärnten während wir noch fleißig gearbeitet haben, aber jetzt sind auch wir endlich im Grünen! Gerade als ich diesen Blogpost schreibe, grasen die Schafe vor mir – ein Anblick, der mich sofort aus dem geschäftigen Alltag heraus holt und entspannt.

„Boan und Kaffee“ und andere Rituale

Gleichzeitig mit dem Start des Osterurlaubs beginnt auch wie jedes Jahr unser „Kärntner Ostermarathon“, den man nur schwer nachvollziehen kann wenn man es nicht einmal live erlebt hat. Gerade hatte ich ein Buch in der Hand in dem es unter anderem auch um Rituale geht und plötzlich war da der Wunsch meine Gedanken zu diesem Thema mit euch zu teilen. Ich persönlich finde es nämlich schön Rituale und Traditionen zu erhalten und auch weiterzugeben – solange sie nicht aufgezwungen werden. Dann geht nämlich die ganze Freude daran verloren und Traditionen werden ausschließlich zur Verpflichtung. Allerdings braucht es schon Kontinuität – vor allem in der Kindheit – damit wir Rituale als solche begreifen und sie schätzen können.

Eine solche Sache die es in meiner Kindheit nie gab, aber bei meinem Mann (wir kommen aus dem selben Ort – also damit hat es nichts zu tun) zur Vorbereitung auf Ostern dazugehört ist das traditionelle Mittagessen am Karfreitag: „Boan und Kaffee“. Das sind weiße, dicke Bohnen die mit Gammeln serviert werden. Üblicherweise wird das mit einer Mehlsuppe gegessen, aber nachdem mein Schwiegerpapa die nicht gerne mag wurde die Suppe vor vielen Jahren durch Kaffee ersetzt. Einmal war ich ganz tapfer und wollte das Gericht unbedingt probieren – leider ist es absolut gar nicht mein Geschmack… Mein Mann wiederum ist jedes Jahr live dabei wenn am Karfreitag „Boan und Kaffee“ gegessen werden.

Ostern auf kärntnerisch & die traditionelle „Tour de Osterjause“

In Kärnten dreht sich an Ostern alles um die Osterjause. Das beginnt schon mit dem ersten traditionellen Akt und einem wichtigen Brauch: Der „Fleischweih“ – liebevoll auch der „Renner unter den kirchlichen Feiern“ genannt. Die Tradition zum Ende der Fastenzeit einen Korb mit Schinken, Würsten, Eiern, Kren und Reindling zu segnen geht ins 7. Jahrhundert zurück. Ach ja, apropos: Ganz wichtig für die Jause neben dem Schinken – dazu später mehr – ist der Kärntner Reindling und auch wenn es sicher „das“ traditionelle Reindling-Rezept gibt, macht ihn jede Familie ein bißchen anders. Das Rezept meiner Mama hab ich euch schon in einem Blogpost vorgestellt.

Sind die Zutaten für die traditionelle Osterjause geweiht, beginnt für meine Mädels, meinen Mann und mich (und viele anderen KärntnerInnen) eine „Tour de Osterjause“. Heißt im Klartext überall wo man hinkommt gibt es die traditionelle Osterjause zumindest von Karsamstag bis Ostermontag:

  • Schinken
  • Selchwürste in Scheiben geschnitten
  • Zunge vom Rind (hm… ja gehört traditionell dazu – für mich nicht)
  • hartgekochte, gefärbte Eier und/oder Eierkren
  • Reindling (süßes Weißbrot meist mit Rosinen) und dazu
  • geriebenen scharfen, frischen Kren.

Salat oder ein Gürkchen? Fehlanzeige. Rohkost oder geschnittenes Gemüse?  Käse? Nope. Sicher nicht. Zumindest nicht bei uns im Lavanttal :). Außenstehenden ist es immer wieder ein Rätsel wie man eine solche Jause, vor allem die Kombi von süßem Weißbrot mit Kren und pikantem Schinken lecker finden kann. Wo wir wieder bei den Ritualen wären. Nettes Detail am Rande: Unsere Mädels (beide, wohlgemerkt) essen keinen Schinken (auch kein herkömmliches Schinkenbrot), keine Selchwürste und (verständlicherweise) auch keinen Kren. Dafür vieeeeeele Schoko-Osterhasen und jede Menge Reindling. Jedes Jahr zu Ostern in der Heimat erneut eine Herausforderung, aber ich denke mir immer: „Die paar Tage im Jahr wird es nicht so dramatisch sein…“

Drei Osterjausen & viel Zeit mit der Familie

Wir werden dieses Jahr vermutlich 3x in den Genuss einer Osterjause kommen. Einmal bei meinen Eltern, einmal bei den Schwiegereltern und einmal bei meiner Tante. Was nämlich ganz besonders zu den Ritualen gehört, ist das Kommentieren der Osterjause, ohne das geht gar nichts! Da wird die Frage gestellt: „Wo denn der Schinken her sei?“ Bemerkt, „Dass der Schinken ist schon sehr saftig im Vergleich zum vorhergehenden sei.“ oder „Dass der Schinken salziger sei als der letzte den man vor ein paar Stunden woanders gegessen hätte.“ oder „Dass dieses Jahr der Kren schon ganz besonders scharf sei – schärfer als im Vorjahr auf jeden Fall…“ So wird verglichen, geplaudert und gegessen und allem voran… viel Zeit mit der Familie und Freunden verbracht – das Allerschönste an Ostern und an Jubeltagen.

Habt ihr auch Oster-Rituale? Dann erzählt mir davon in einem Kommentar!

Egal ob mit oder ohne – ich wünsch euch und euren Familien ein wunderschönes, entspanntes Osterfest – lasst uns das Leben feiern!

Eure Karin

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