Jubeltage
Achtsamkeit Bewusst & Sein Spiritualität

Nachgefragt: So können wir jetzt unsere Kinder stärken und begleiten

Ständig steigende Infektionszahlen, sich immer wieder ändernde Maßnahmen, die Unruhe in uns Eltern, viel Unsicherheit, die in der Luft liegt … Klar ist: Auch unsere Kinder erleben gerade eine sehr herausfordernde Zeit. Ich habe mit Familiencoach und Wildblüten-Mentorin Laura Hainzl darüber gesprochen, wie wir unsere Kinder in der aktuellen Situation stärken können und sie hat uns ganz wesentliche Hilfestellungen dagelassen.

Liebe Laura! Du bist sehr nah dran an den Mamas aber auch an den Familien. Wie hat sich die Pandemie in den letzten 20 Monaten auf uns selbst und unsere Kinder ausgewirkt? Was konntest du beobachten?

Ich beobachte tatsächlich Tendenzen in beide Richtungen. Zu Beginn der Pandemie hatte sie die Kraft, viele Familien enger zusammenzuführen, einige zehren noch heute davon. Mittlerweile ist bei vielen aber ein Punkt erreicht, an dem sie am Limit sind. Im März 2020 stand die Welt still, viele Mütter waren in der Lage sich auf ihre Familien zu konzentrieren und so viel aufzufangen. Heute 20 Monate später sind wir noch immer inmitten in der Pandemie, aber die Welt dreht sich im gleichen Tempo weiter, die Herausforderungen werden immer mehr.

Was können wir aktuell für unsere Kinder tun?

Das Beste, was wir aktuell für unsere Kinder tun können ist gut für uns selbst zu sorgen. Wenn die Nerven blank liegen, und ich als Mama am Ende meiner Kräfte bin, spüren das meine Kinder. Wenn die wichtigste Konstante, die sie haben, eine stabile Mutter, nun auch noch wegfällt, wird das ihr größter Verlust. Und damit meine ich nicht, wegfallen im Sinne von nicht mehr da sein, sondern wegfallen im Sinne von unzurechenbar werden, unverlässlich, launisch und womöglich ständig laut. Familien sind wie Mobiles, je mehr ich selbst ins Schwanken gerate umso mehr bring ich die gesamte Familie zum Wackeln. Ich finde es unerlässlich, unsere Grenzen zu spüren, zu bemerken und zu kommunizieren, wenn wir nicht mehr können oder eine Auszeit brauchen.

Wie kommen wir von sorgenvollen Gedanken über z.B. die Auswirkungen der Krise für die Kinder wieder ins Vertrauen, dass unsere Kinder sie gut meistern werden?

Wenn ich mich mal in Sorgen verliere, helfen mir drei Dinge:

1. Mich zu erden. Meditationen zu machen, die mich mit der Energie der Erde verbinden. Mein Wurzelchakra zu stärken.

2. Achtsamkeit. Im Moment anzukommen. Mir klar zu machen, dass JETZT alles gut ist. Mir bewusst zu machen, dass ich das JETZT aktiv gestalten kann, dass mein Einfluss so viel größer ist, als ich glaube, wenn ich mich auf die Dinge konzentriere, die ich beeinflussen kann, und die liegen immer nur im JETZT.

3. Meine Spiritualität. Ich vertraue darauf, dass die Kinder, deren Kindheit 2021 stattfinden, sich als Seele diese Aufgabe auserwählt haben. Ich denke nie, ihnen wird die Jugend genommen, denn das ist ihre Jugend. Sie machen auf dieser Erde eine menschliche Erfahrung und sie sind hier um zu erfahren, was sie erfahren. (Ich würde es mir anders wünschen, aber dieser Wunsch ist mein egoistisches Bedürfnis nach Ruhe und Konstanz)

Ein wichtiges und kraftvolles Tool zur inneren Stärkung sind Meditationen. Sind die auch für Kinder geeignet? Was bringt das den Kindern?

Absolut. Jedes Kind, jede Familie darf hier ihren eigenen Weg im Umgang mit Meditation finden, aber in jedem Fall stärken sie die Kinder von innen. Allein das Bewusstsein, dass es in ihnen einen Ort gibt, der vom Außen unantastbar ist, verleiht ihnen ein neues Selbstverständnis und somit mehr Leichtigkeit im Umgang mit fordernden Situationen. Außerdem sind Meditationen wertvoll um loszulassen, zu entspannen. Sie sind wie ein Oase, zu der die Kinder reisen können, wann immer sie mögen.

Wenn es uns Eltern gut geht, geht es den Kindern gut – würdest du das auch so sagen? Warum ist das so?

Nicht unbedingt. Meine 13-jährige Tochter ist aktuell in Quarantäne und wenn ich sagen würde es geht ihr gut, wäre das schlichtweg falsch. Sie vermisst ihre Freunde, sehnt sich nach der Schule und ihr ist wahnsinnig langweilig. ABER, es geht ihr um vieles besser, als es ihr gehen würde, wenn es mir nicht gut ginge. Sie hat eine Schulter zum Ausweinen, sie darf sich daneben benehmen ohne dass ich es ihr übel nehme, es gibt jemanden, der ihr Halt und Sicherheit gibt und uneingeschränkt für sie da ist. All das könnte ich nicht leisten, ginge es mir nicht gut. Wir Eltern können den Schmerz unserer Kinder besser aushalten und da sein lassen, wenn er keinen Schmerz in uns triggert. Wir können der sichere Hafen sein, wenn wir in uns den sicheren Hafen finden.

Welche Top 3 Tipps hast du mit denen wir unsere Kinder in dieser herausfordernden Situation begleiten können?

  1. Ganz klar Meditation. In unterschiedlichsten Formen, für mich selbst jeden Morgen, bevor der Tag beginnt. Für meine Kinder meist Abends. (Anm. d. Redaktion: Viele wunderschöne, stärkende und KOSTENLOSE FAMILIENMEDITATIONEN findest du in Lauras Online-Shop)
  2. Fühlen. Wenn wir uns erlauben zu fühlen, dann können unsere Emotionen fließen, dann stecken sie nicht in uns fest und dann können wir sie auch wieder loslassen. Das erlaube ich auch meinen Kindern. Sie dürfen traurig sein. Ich bagatellisiere nicht. Ich lenke sie nicht ab und ich dramatisiere auch nicht. Wir lassen alles da sein, was kommen mag. Das schafft Verbindung und inneren Frieden.
  3. Freude an / Nachrichten off. Bei uns zu Hause ist nachrichtenfreie Zone. Ich lege die Zeitung weg und der Fernseher wird nur in Ausnahmefällen eingeschalten. Egal wie sehr die Welt verrückt spielt, was sich in unseren vier Wänden abspielt entscheiden wir. Wir tanzen jeden Morgen, bevor die Kinder das Haus verlassen, wir lassen viel öfter als früher den Haushalt liegen. Wir lachen, spielen und erfreuen uns am Leben. Wir sorgen für kleine „Jubelmomente“. Kinderpunsch auf der Terrasse, Kekse im Überfluss, Lieblingsessen, Kuchen backen.

So wie die äußere Welt nicht entscheiden darf, wie es in mir aussieht, so haben wir auch entschieden, dass sie nicht entscheidet wie es in unseren vier Wänden aussieht.

Danke, liebe Laura für das Gespräch!

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