Immer mehr Studien zeigen, wie stark sie unser Wohlbefinden beeinflussen kann – auch bei Menschen, die mitten im turbulenten Alltag stehen. Besonders bekannt ist die Forschung von Jon Kabat-Zinn, der in den 1970er-Jahren das MBSR-Programm (Mindfulness-Based Stress Reduction) entwickelt hat. In zahlreichen Studien konnte er und sein Team nachweisen, dass Meditation Stress senkt, das Immunsystem stärkt und Menschen sogar im Umgang mit chronischen Schmerzen unterstützt. Auch andere Forschungsarbeiten bestätigen: Regelmäßige Achtsamkeitspraxis kann Ängste verringern, die Konzentration verbessern und die emotionale Stabilität fördern.
Und doch haben viele Menschen falsche Vorstellungen davon, was Meditation eigentlich ist. Sie wollen beginnen – und hören wieder auf, weil sie glauben, sie machen etwas falsch. Genau hier möchte ich ansetzen: mit meinen ganz persönlichen Erfahrungen, die ich seit 2013 gesammelt habe.
Auf einen Blick
- Meditation ist kein Wundermittel – aber sie verändert nachweislich Körper und Geist.
- Viele Mythen rund um Meditation halten Menschen davon ab, dranzubleiben.
- Mit realistischen Erwartungen wird Meditation leichter zugänglich.
- Schon wenige Minuten täglich können einen Unterschied machen.
- Geführte Meditationen, die du täglich machen kannst
Meine persönliche Erfahrung mit Meditation
Es ist 8:35 und gerade habe ich meine Meditation beendet. Nach einer sehr herausfordernden Zeit in meinem Leben bin ich 2013 damit in Kontakt gekommen und habe seitdem nicht mehr damit aufgehört. Ich meditiere mal regelmäßiger mal weniger regelmäßig aber der Unterschied wenn ich es tue ist für mich deutlich spürbar. Manchmal ertappe ich mich am Abend bei den Gedanken: „Warum fühle ich ich mich heute so ruhig und kraftvoll, der Tag war extrem anstrengend? Ah, ich hab in der Früh meditiert!“
Deshalb finde ich es sehr schade, dass so viele Menschen mit Meditation beginnen wollen, es dann aber aufgrund von Irrtümern die kursieren doch nicht tun. Oder sie versuchen es und hören aufgrund falscher Erwartungen sofort wieder auf. Vielleicht kurz vorab: Ich bin weder eine Meditationslehrerin noch ein Meditations-Guru. Ich habe lediglich zwei 8-Wochen-Kurse besucht in denen ich es gelernt habe und in den über 10 Jahren, in denen ich meditiere, einiges ausprobiert und darüber gelesen.
Fakt ist: Wenn du dich von den herumgeisternden Irrtümern lösen kannst, die rund um Meditation kreisen und dem Ganzen wirklich eine Chance gibst werden die Effekte und die Lebensqualität die du durch die regelmäßige Praxis gewinnen kannst, deine kühnsten Erwartungen übertreffen! Deshalb: Räumen wir mal mit den Mythen rund um Mediation auf 🙂
Mythos 1: Meditation ist nur etwas für „ruhige“ Typen
„Ich bin überhaupt kein ruhiger Typ, deshalb ist Meditation nichts für mich.“
Auch wenn ich durch meine runde Figur so gemütlich aussehe, ich bin keineswegs ein „ruhiger“ Typ. Ständig hab ich Dinge auf meiner To-Do-Liste“, Projekte, Erledigungen. Als selbständige Business Mentorin, psychosoziale Beraterin und 2-fach-Mama geht es meistens hoch her in meinem Terminkalender. Stillsitzen und nichts tun? Fehlanzeige.Deshalb dachte ich auch am Anfang, dass Meditation sicherlich absolut nichts für mich sei. Da lag ich vollkommen falsch. Denn gerade für sehr aufgeweckte Typen und Menschen mit vielen Zielen und Vorhaben macht es einen großen Unterschied ob man meditiert oder nicht. Was mich zum 2. Mythos bringt.
Mythos 2: Meditation, da denkt man an gar nichts
„Ich hab währenddessen 1000 Gedanken im Kopf, ich glaub ich mach was falsch.“
Als ich ohne richtige Anleitung begann mich hinzusetzen, die Hände in den Schoß zu legen und die Augen zu schließen dachte ich nach einer Minute: „Es funktioniert (bei mir) nicht!!“ Denn schon während der ersten Minute hatte ich so viele Gedanken im Kopf und das wo ich doch „an nichts denken “ und „meinen Geist beruhigen“ sollte. Na toll! Heute weiß ich, dass es absolut nicht darum geht „an nichts zu denken“ sondern, dass es darum geht zu beobachten wie Gedanken kommen und sie dann auch wieder gehen zu lassen und sich wieder auf seinen Atem zu konzentrieren. Also ungefähr so: „Was sollte ich heute Einkaufen wenn ich die Kinder hole? Ah, spannend, ich denke gerade an die Einkaufsliste. Das mach ich später, jetzt konzentriere ich mich wieder auf meinen Atem.“ Genau DAS ist die Übung. Erst im Laufe meiner Praxis habe ich erkannt, wie unglaublich wichtig es ist, das zwar bestimmtaberliebevollzu tun. Nicht in der Art: „Ich bin so blöd, ich denke schon wieder an die Einkaufsliste und kriege es schon wieder nicht hin mich auf meinen Atem zu konzentrieren!“ Ne, so nicht… das bringt uns kein Stück weiter.
Mythos 3: Meditation ist total entspannend und angenehm
„Ich finde das nicht entspannend, ich glaub das ist nicht das Richtige für mich.“
Ohh… da wurde ich sofort eines Besseren belehrt. Die ersten Mediationen fand ich überhaupt nicht entspannend!! Absolut nicht. Gerade zu dem Zeitpunkt als ich mich hinsetzte und alles ruhig wurde fühlte ich mich unruhiger als je zuvor. Ich spürte mein Herz stark klopfen, mein Nacken war verspannt, eine innere Unruhe stieg auf und ich dachte: „Noch 10 Minuten? Wie soll ich das aushalten? Ich möchte am liebsten davonlaufen!!“ Ich bekam regelrechte Angstgefühle und die Empfindung „nicht richtig“ zu sein.Warum hatte ich dieses Gefühl? Weil ich die Empfindungen die ich spürte bewertet habe. Unruhe = schlecht + unangenehm, Nackenschmerzen = nicht gut, eh klar wieder zu lang gearbeitet… (ich bin selbst Schuld…) usw. Es war ein Lernprozess mich von den Bewertungen zu lösen und einfach achtsam wahrzunehmen was ist. Ohne zu bewerten und zu beurteilen. Heute gelingt mir das mal besser mal weniger gut, aber ich möchte nicht mehr davonlaufen sondern kann es genießen 🙂
Mythos 4: Meditation ist ein Werkzeug das „wirkt“
„Ich hab überhaupt keinen Unterschied gemerkt, das bringt mir nichts!“
Ich bin Mama, arbeitende Mama und habe wenig Zeit. Also sollen die Dinge in die ich Zeit investierte gefälligst funktionieren 🙂 Nach den ersten paar Meditationen dachte ich mir: „Nein, wirkt nicht.“ Ist auch ganz normal. Es kann tatsächlich sein, dass du dich unruhiger fühlst während du meditierst (siehe auch Mythos 3) oder, dass du nicht unmittelbar einen Nutzen erkennst. Meine Erfahrung hat gezeigt, dass es Regelmäßigkeit braucht (wie bei so vielen Dingen die uns gut tun) um wirklich zu spüren was es verändert. Am Besten ist es, du nimmst dir zum Beispiel vor 21 Tage lang täglich zu meditieren. Und dann tu es einfach, ohne groß darüber nachzudenken. Einfach machen, Tag für Tag. Im Fachjargon nennt sich das „formelle Achtsamkeitspraxis“. Und nach 21 Tagen spüre nochmal nach wie du dich fühlst. Do you feel it? Yes <3!
Mythos 5: Meditation gehört in die Esoterik-Ecke
„Räucherstäbchen, Om Om und all der Kram, nein Danke!“
Ich kenne nichts das etwas weniger in die Eso-Ecke gehört als Meditation. Denn mit Räucherstäbchen & Co hat das überhaupt nichts zu tun. Kann man machen, muss man aber nicht.Ich zünde mir gerne eine Kerze an, die aber für mich eher einen rituellen Charakter hat: „So, jetzt ist me-time angesagt“. Genau so meditiere ich aber auch mit Kopfhörern in der U-Bahn oder bereits im Businessgewand kurz bevor ich das Haus verlasse. Still zu werden und zu atmen ist etwas ganz Natürliches, das wir einfach verlernt haben. Und es tut sooo gut…
Geführte Meditationen von mir für dich
Gerade wenn der Alltag schwer ist, brauchst du kleine Anker, die dich zurück zu dir bringen. Genau das bietet dir die Jubeltage App: Jeden Tag wartet ein kurzer Impuls auf dich – als Audio, Text oder kleine Übung. Viele Nutzerinnen berichten, dass diese täglichen „Mikromomente“ ihnen helfen, wieder ruhiger zu atmen, achtsamer zu sein und mehr bei sich selbst anzukommen.
Meditation muss nicht immer stilles Sitzen oder Liegen sein
Oft verbinden wir Meditation automatisch mit still Sitzen im Schneidersitz und geschlossenen Augen. Doch Meditation bedeutet im Kern etwas anderes: achtsam im Moment zu sein. Das kann viele Formen haben. Für manche ist es die Gartenarbeit – Hände in der Erde, den Duft der Pflanzen wahrnehmen, den Rhythmus der Natur spüren. Für andere ist es das bewusste Abwaschen von Geschirr: das warme Wasser, die Bewegung, der Glanz der Teller. Auch Gehen, Malen oder Kochen können meditative Handlungen sein, wenn wir sie mit voller Aufmerksamkeit tun. Wichtig ist nicht die Form, sondern die Haltung: präsent sein, ohne ständig im Kopf woanders zu sein.
Was Meditation dir schenken kann
Meditation ist keine Zauberformel, die sofort wirkt. Sie ist eine Einladung, dich selbst besser kennenzulernen und neue Wege zu finden, mit Anspannung, Stress und Sorgen umzugehen. Sie ist manchmal unbequem, manchmal schwer auszuhalten – und gerade deshalb so wertvoll.
Wenn du dranbleibst, kannst du erleben, wie du ruhiger wirst, dich besser konzentrieren kannst und wieder ein Stück mehr bei dir selbst ankommst. Es sind kleine Schritte – Atemzug für Atemzug.



