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Huch, der letzte 30er! 5 Dinge die ich in den vergangenen 5 Jahren gelernt habe

39 … huch! Ja, tatsächlich es ist soweit: Ich feiere meinen letzten Jubeltag mit einem 3er vorne. Beim Gedanken daran macht sich aber kein mulmiges Gefühl breit, im Gegenteil! Ich fühle mich mehr angekommen denn je, nicht zuletzt deshalb, weil ich vor allem in den letzten fünf Jahren ganz viel gelernt und für mich geklärt habe. Was da alles passiert ist! Eine Firmengründung, die Gründung meines Blogs Jubeltage.at, ein Burn-out, die Entwicklung und Veröffentlichung meines eigenen Magazins, eine Fehlgeburt … Alles Ereignisse, die mich auf meinem Weg geprägt haben und meine Lehrer waren, um Stück für Stück immer mehr zur mir selbst zu finden und zu erkennen was mir wichtig ist.

1. Ich bin die Gestalterin meines Lebens – und dazu gehört auch „Nein“ zu sagen!

Ich selbst habe die Verantwortung mein Leben zu gestalten. Niemand anderer. Ich kann niemanden die Schuld geben, wenn es nicht läuft. Nicht meinem Mann, nicht meinen Kindern, nicht den Umständen, nicht meinen Eltern. Nope. Unangenehm am Anfang, wenn man es nicht gewohnt ist, ist aber so. Allerdings macht diese Erkenntnis unglaublich frei! Denn wenn du nicht mehr „Opfer“ deiner Umstände oder deiner Beziehungen bist, hast du immer die Möglichkeit etwas zu verändern das dir nicht passt. Ja, das geht wirklich! Mein Leben zu gestalten, heißt auch „Nein“ zu sagen, Grenzen zu setzen, um gut auf mich selbst zu achten. Denn nur dann kann ich für andere da sein und habe etwas zu geben.

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Dieser Satz (aus dem Buch „Die Einladung“) begleitet mich seit einigen Jahren und er ist für mich der Gradmesser ob ich auch wirklich MEIN Leben gestalte oder aus Angst vor Konflikten faule Kompromisse mache. Ja, andere zu enttäuschen ist nicht angenehm. Überhaupt nicht. Nein zu sagen ruft sehr oft Konflikte hervor, die wir nicht haben wollen. Viel, viel schlimmer ist allerdings immer wieder über die eigenen Grenzen zu gehen und dabei sich selbst zu verlieren. Das musste ich den letzten Jahren mehrmals auf die harte Tour lernen bis ich es verstanden und verinnerlicht habe.

2. Es führt kein Weg an mir vorbei!

Ich liebe das Meer, den Norden am liebsten bei 20 Grad oder darunter, aber ein Teil meiner Seele ist in Marokko und der Türkei zu Hause (fragt mich nicht warum), ich liebe schönes Porzellan, Serienmarathons, gesalzenes Karamell, Musik und Dinge und mich selbst (in tanzender Form) in Bewegung zu setzen. Ich habe gelernt: Ich bin ich und wenn ich mir noch so sehr wünsche anders zu sein – es macht keinen Sinn, Widerstand gegen etwas zu haben das ist. Ich spüre zum Beispiel extrem viel. Ich bin sehr sensibel und mag keine lauten, verrauchten Räume mit grantigen Menschen, danach bin ich fix und fertig. Wenn ich in einen Raum mit Menschen komme, spüre ich wie es ihnen geht. Wenn mir jemand weismachen will, dass es ihm gut geht, es aber nicht stimmt spüre ich das Gegenteil. Lange habe ich eine Schutzmauer aufgebaut um diese Dinge nicht so stark zu spüren. Karin, die Unverwüstliche die nichts umhaut. So bin ich nicht. Heute mit 39 Jahren weiß ich, dass ich einfach genügend Zeiten brauche, in denen nichts auf mich einprasselt. Was ich bin: Mit Leib & Seele Sängerin – ich liebe es zu singen –  und das Beste daran: Es hilft mir alle Gefühle die zu mir oder auch nicht zu mir gehören zu verarbeiten. Ganz lange habe ich diese Leidenschaft, dieses für mich so wichtige Tool in eine Kiste gesperrt, bis ich sie wieder geöffnet habe. Der Inhalt der Kiste gehört einfach zu mir. Das zu wissen ist wunderschön. Noch so eine Sache die sich mit 39 Jahren geklärt hat: Ich habe sehr viel Kraft und Energie – viele Leute gaben mir im Laufe meines Lebens das Gefühl „zu“ viel davon zu haben. Ich habe mich gedrosselt, mich „zurückgehalten“, „zusammengerissen“ versucht weniger kreativ zu sein, weniger zu checken, weniger Projekte auf die Beine zu stellen, nur um zu entsprechen. Das mache ich nicht mehr. Mein Learning aus den letzten 5 Jahren ist, wir können uns nicht verleugnen. Wir sind das was wir sind und je besser wir uns selbst kennen und lieben lernen, desto mehr können wir unsere Individualität als Geschenk begreifen.

3. Es geht auch leicht! Und immer leichter …

Schwere … war etwas das mich bisher mein Leben lang begleitet hat. Vor allem körperliche – geistige und seelische Schwere weniger. Ich war immer zu schwer, schon im Volksschulalter. Im Nachhinein betrachtet überhaupt nicht dick, aber nie so dünn wie andere Kinder. Mit dem Wunsch in die (von wem auch immer festgelegte) Norm zu passen, begann der Kampf gegen die Schwere. Nur nicht noch schwerer werden!!! Was passierte… ich wurde schwerer und schwerer. In den letzten Jahren nicht mehr, denn ich habe erkannt, dass ich selbst definiere was Leichtigkeit für mich bedeutet. Eine ayurvedische Ärztin hat mich mal gefragt: „Wenn Sie die Augen schließen, fühlen sie sich dann schwer?“ und meine Antwort war: „Nein, ich fühle mich leicht wie eine Feder.“

 

Bis vor 1-2 Jahren war mein Weg bestimmt von zwei Dingen: kämpfen & durchhalten. Seit einiger Zeit ist es anders: Mein Weg ist gepflastert mit mehr Selbstmitgefühl, Achtsamkeit für meine Bedürfnisse und Akzeptanz. Dadurch wird es leicht und immer leichter … und irgendwann vielleicht auch mein Körper :) wobei wir beim nächsten Thema wären.

4. Mein Körper ist ein Geschenk & ein Wunderwerk

Verflixt nochmal, wer redet uns eigentlich ständig ein, dass wir an unserem Körper immer was auszusetzen haben müssen? Ich empfinde das mittlerweile als extrem undankbar. Bis vor ca. einem Jahr habe ich einen regelrechten Kampf gegen meinen Körper geführt. Und das, nur weil er anders aussehen sollte? Bullshit. Mache ich nicht mehr. Warum soll ich gegen meine dicken Beine und dicken Oberarme (die ich sich seit Generationen in meiner Familie vererbt haben) kämpfen und das mein Leben lang. Das ist doch völlig irre?? Ich werde keine anderen kriegen! Ich lasse mir aber auch nicht mehr einreden, dass sie anders sein sollen – von Niemanden. Sie gehören zu mir und es wird seinen Grund haben, warum ich sie habe.

„Gib mir die Kraft die Dinge zu ändern, die ich ändern kann, die Dinge zu akzeptieren, die ich nicht ändern kann und die Weisheit das eine vom anderen zu unterscheiden.“

Ganz langsam und in Mini-Schritten habe ich in den letzten Jahren eine Vorstellung davon bekommen wie Selbstliebe sich wirklich anfühlen sollte. Vor allem dadurch, dass ich die Seiten an mir die ich nicht so gerne angesehen habe ganz bewusst betrachte und hinterfrage: „Mag ICH das eigentlich nicht an mir oder hat mir jemand eingeflüstert, dass ich das nicht an mir mögen darf?“ Wenn wir uns selbst gut kennen und mit unseren vermeintlichen Fehlern und Schwächen unseren Frieden gemacht haben  (Lieben was ist), verletzt es uns nicht mehr, wenn andere Menschen uns darauf hinweisen. Ich gehe ja gar nicht davon aus, dass sie es immer bewusst tun, um es (wie Tyrion Lannister aus Game of Thrones sagt) gegen uns zu verwenden. Trotzdem hat es mich früher sehr verletzt, wenn mir Leute ungefragt Abnehmtipps gegeben haben. So nach dem Motto: ”Hast du schon von dem gehört? Das soll toll zum Abnehmen sein!“ Heute sage ich freundlich aber bestimmt: „Danke, ich weiß, dass ich übergewichtig bin, aber ich weiß auch was gut für mich ist.“ Noch vor 1-2 Jahren wäre ich gekränkt gewesen, hätte mich maßlos geärgert und vielleicht sogar geweint. Heute ist es ok, weil ich mich akzeptiere wie ich bin – was trotzdem heißt, dass ich mich verändern darf.

5. Balance is the key & ich muss nichts werden, ich bin (gut genug)

Balance … was für ein schwieriges Kapitel in den letzten 39 Jahren. Die Balance zu halten fällt mir extrem schwer, wenn ich ehrlich bin und das obwohl ich weiß, dass sie unverzichtbar ist, damit es mir gut geht. Ich war lange Zeit ein Schwarz-Weiß-Denker, das hat sich auch in den letzten Jahren verändert und mir sehr viel Lebensqualität geschenkt. Nein, es muss nicht der ganze Tag Auszeit sein, zwischendurch die kleinen Momente wahrzunehmen und zu feiern ist der Schlüssel für Balance. Die Wohnung muss nicht perfekt aufgeräumt sein – jeden Abend 10 Minuten und das Chaos ist im Griff. Eine strenge Diät führt nicht zum Ziel – ausgewogene Ernährung in der ich mir immer wieder etwas gönne schon eher. Ja, ich habe einen hohen Qualitätsanspruch an mich selbst und an meine Arbeit, allerdings nicht mehr zu jedem Preis.

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Balance ist meiner Meinung nach nur möglich, wenn der innere Antreiber langsam aber sicher die Überhand verliert. „Du musst etwas leisten, sonst bist du nichts wert.“ war ganz lange einer meiner Glaubenssätze die mich zu Höchstleistungen angetrieben haben. Nur nicht im positiven Sinne. Heute weiß ich, dass ich wertvoll bin, auch wenn ich keine Höchstleistungen vollbringe, auch wenn ich mal müde bin, auch wenn ich mal nicht gut drauf bin und mir alles zu viel wird. Das sage ich auch meinen beiden Mädchen. Schon, dass sie da sind, bereichert die Welt – sie müssen nichts werden. Sie können aber alles werden. Wir sind die Gestalterinnen unseres Lebens – machen wir etwas daraus!! Ich bin schon sehr gespannt auf mein nächstes Lebensjahr!

Eure Karin

 

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