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Einmal Bodyshaming für alle… ?

“Warum steht da – Du bist schön – ?“, fragt mich meiner Tochters beste Freundin als sie bei uns zu Besuch ist und vor unserem Spiegel steht. „Weil wir es manchmal vergessen…“, schießt es ganz automatisch aus meinem Munde. Und so beginnt also eines dieser Gespräche, die wir alle im Kindes- bis Jugendalter hätten führen sollen, von Frau zu junger Frau über das Sein, das Genug-sein und das Schön-sein. Wir begannen darüber zu philosophieren, was dieses Adjektiv „schön“ bedeutet, wie wir es anwenden und welch eine Konsequenz es hat, wenn etwas ganz klassisch antagonistisch unschön ist.

Wir sprachen darüber, welche Blume jede von uns schön findet, welche weniger schön und welch eine wir sogar als hässlich empfinden würden. Zu meinem eigenen Glück stellte sich rasch heraus, dass wir nicht alles gleich schön finden und dass sich über Geschmack bekanntlich und seit jeher immer noch streiten lässt. Also gelang es mir, den Sprung von der Blumenwiese zur Vielfalt des menschlichen Körpers zu gestalten. Was finden wir an einem Menschen schön? Was finden wir an uns schön? Was finden wir an unserem Gegenüber schön? Wir kamen zum gemeinsamen Nenner, dass jede von uns etwas ganz Besonderes an sich hat und nichts an uns hässlich ist, dennoch jede von uns jemand anderen schön findet und somit niemand im Allgemeinen und für jederfrau hässlich ist. Denn wie die Blume hat auch das Menschsein an sich etwas nahezu Magisches und Wertvolles. Das Äußere mehr Hülle und Schutz und das Wesentliche, à la Saint-Exupèry, nunmal unsichtbar. Wir einigten uns also darauf, dass jede schön ist, auf ihre eigene Art und Weise, für manche mehr und andere weniger, aber alle von uns dieses immens große Eigenschaftswort, das gleichermaßen voller Oberflächlichkeit wie Tiefsinnigkeit strotzt, verdienen.

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